„Einen Garten wollte ich haben, ein Haus, eine Familie, Freiheit, ein leidliches Auskommen, einige gute Bücher, einen Tisch, Schreibutensilien und Rauschmittel.“

der ungarische schriftsteller György Konrad spricht von lebenswünschen, aber nicht davon, ob sie sich erfüllt haben.  da er nicht mehr jung ist,  hoffe ich, das leben war gut zu ihm und „das leben“ hat ihm einiges davon zugestanden. meine wünsche kommen eher einzeln, meist, wenn ich etwas direkt brauche. aber was ich „vom leben erwarte“, wie es sein sollte?  vielleicht fehlt es uns oft an mut, auszusprechen, was weit von unseren wirklichen möglichkeiten entfernt ist?  György Konrad hatte ihn und ich bin überwältigt davon wieiviel wünsche in zwei zeilen, in einem satz,  platz finden und den meinen gleichen .

auch Friederike Mayröcker geht in ihrem gedicht „was brauchst du?“ auf lebenswünsche ein: „… du brauchst einen Baum du brauchst ein Haus/ keines für dich allein nur einen Winkel ein Dach/ zu sitzen zu denken zu schlafen zu träumen/ zu schreiben zu schweigen zu sehen den Freund …“   sie spricht direkter aus,  nahezu beschwörend, was du brauchst. und sie sagt, wozu du es brauchst – als grundlage eines lebens. mit wie wenig sie sich zufrieden gibt und wieviel sich damit erfüllt!

was wünschen, wollen, brauchen wir? sich zu entscheiden, welches minimum wir brauchen, kann die kreativivät anregen, ihr eine richtung geben. und wir verzichten leichter auf geld und besitz, wenn wir wissen, was wirklich wichtig für uns ist.