manche schriftsteller lesen nach erscheinen ihres neuen buches überhaupt keine kritiken. alles ist getan, gedruckt und draußen, keine chance mehr, noch irgendetwas zu ändern. man hätte gerne noch mehr zeit gehabt, um den text reifen zu lassen, ihn zum vierten oder fünften mal zu überarbeiten, aber der verlag hat gedrängt und der vorschuss ist dahingeschmolzen und irgendwann muss man loslassen. das buch betritt die arena des literaturbetriebs und die rezensenten warten schon in den rängen: die monate- oder jahrelange arbeit des autors steht vor dem noch unentschlossenen daumen der kritiker … 

Jakob Ajourni erträgt diese spannung relativ gelassen. wenn er einen neuen text fertiggeschrieben hat, zeigt er ihn einigen wenigen: „Wichtig ist mir die Meinung der ersten drei, vier Leute, die etwas Neues von mir lesen. Wenn die es mögen, werde ich ruhig.“(…)“Ich suche die Kritik geradezu, auch wenn manche Einwände natürlich wehtun können. Aber ich weiß, daß ich Anregungen und Kritik brauche, denn oft verliere ich mich in einer Geschichte, gerade wenn ich zwei, drei Jahre am Stück daran sitze. Und wenn mir die Kritik dann einleuchtet, bin ich bereit, vieles zu ändern. Für intelligente Kritiker gehe ich meilenweit.“