Ludwig Hohl, dessen hauptwerk den titel trägt „Die Notizen oder Von der unvoreiligen Versöhnung“ wäre in diesem jahr 103 Jahr alt. wie er seinen tagesablauf schildert klingt noch heute wie das matterhorn aller klischeevorstellung vom künstlerleben:

„Ein paar Stunden Nachtruhe, dann zur Entgiftung von Alkohol große Mengen kalter Milch, Körperübungen und -pflege (..); schreiben bei Kerzenlicht in einer Verfassung zwichen Trunkenheit und Nüchternheit, Studium, Kontemplation, gegen Mittag eine Mahlzeit, zweiter Schlaf; anschließend Gänge, Besucher usw.; am Abend Lektüre, Trinken, Besucher und Besucherinnen, Telefonate, Kneipen, manchmal Kino; dritte Tagesmahlzeit um Mitternacht; ein paar Stunden Schlaf, wie eine Uhr oder wie man es Immanuel Kant nachsagt.“