eine rhetorische frage, die der schriftsteller Hartmut Lange sich selbst stellt, um sie sich gleich darauf zu beantworten.  warum schreibe ich? will ich mit meinem schreiben etwas für mich oder für andere? und was?

„Ist der Schriftsteller nicht ein Triebtäter, der von der Welt, in der er sich befindet, abgelöst bleiben muß? Meine Autonomie ist meine Selbstbezogenheit, das heißt ich schreibe nicht, um anderen zu gefallen oder berühmt zu werden oder Geld zu verdienen. Natürlich möchte man anerkannt werden, aber für mich sind die Gelegenheiten zum gesellschaftlichen Erfolg kein Kriterium. Ich will auch keine Welterfahrung vermitteln, wie dies etwa ein Reiseschriftsteller tut. Was mich umtreibt, ist die Selbstdarstellung, die aber (… ) aus der naiven Vorstellungswelt noch keine Substanz entwickeln kann. Überhaupt scheint mir wichtig, daß die Autonomieerfahrung, die der Schriftsteller als Kind und Jugendlicher macht, nicht als Mangel definiert werden darf und daß seine Weltabgelöstheit, auch nachdem er die tatsächliche Welt entdeckt hat, bestehen bleibt.“

Hartmut Langs buch Wanderer, über einen schriftsteller, dem die wirklichkeit entgleitet, möchte ich gern empfehlen.