vielmehr ihre geständnisse in den zu lebzeiten nicht immer ganz geheimen heften und büchern sind jetzt in Zürich im Museum Strauhof zur Geschichte der Tagebücher anzusehen. leider viel zu weit weg von Berlin! die journalistin Pia Reinacher hat über diese ausstellung einen artikel geschrieben und ihm gleich ein paar bemerkungen von schriftstellern als kostprobe beigegeben:

veröffentlichung erst nach 30 jahren erlaubt: Elias Canetti
„Dieses „böse“ Tagebuch – böse gegen mich und gegen andere – das muß absolut geheim bleiben.“
blieb es aber nicht und heute kann jeder nachlesen, wie böse Canetti seine schriftstellerkollegen beurteilt hat.

beliebte feuerbestattung:
Max Frisch – Einmal wurde alles Geschriebene zusammengeschnürt, inbegriffen die Tagebücher, und alles dem Feuer übergeben.
Brigitte Reimann – verbrannte 20 Tagebücher auf einmal und die eines ganzen weiteren jahres mit der begründung: „Überspannte Liebesgeschichten – weg damit.“
Thomas Mann – „Übrigens: Ich habe es dieser Tage bei mir ganz besonders warm. Ich verbrenne nämlich sämtliche Tagebücher. Es wurde mir peinlich und unbequem eine solche Masse von geheimen – sehr geheimen – Schriften liegen zu haben.“

es soll auch ein kleines beichthäuslein in der ausstellung geben, in das man sich zurückziehen kann, um den erotichen geständnisse von tagebuchschreibern zu lauschen.

Museum Strauhof