im interview mit Andreas Breitenstein beantwortete der bekannte rumänische schriftsteller die frage nach der verpflichtung oder aufgabe des künstlers in unserer zeit:

„Ich glaube nicht, dass der Künstler gegenüber der Gesellschaft eine Verpflichtung hat. Ich denke, dass er die Menschen reich beschenken kann, indem er sich selbst findet und erfindet. Der Künstler selbst besitzt ja von irgendwoher ein Geschenk, ein Talent, das er mit den anderen teilen mag. Niemand aber kann ihn dazu zwingen, er ist wie ein Brunnen. Er erschafft Wirklichkeiten nicht aus moralischem Pflichtgefühl, sondern weil Stimmen, Bilder über ihn kommen.“

Und woher kommen diese Stimmen?

„Sie können es nennen, wie Sie wollen – Gott, Inspiration, Chemie des Gehirns, Unterbewußtsein. Es kommt von außerhalb des Ich. Kunst und Poesie sammeln sich in einem an wie in einem Schwamm. Irgendwann braucht man nur noch zu drücken, und es fliesst. Ich habe dafür keine Erklärung. Es ist eine große Kraft, und ich bin in der Mitte davon. Es ist grösser als ich, es schreibt in mir. Und je grösser das ist, was einen bewegt, desto grösser ist das Werk. Als Künstler kann man nur dankbar sein.“
in diesem Monat erscheinen im Suhrkamp Verlag seine autobiografischen geschichten unter dem titel Warum wir Frauen lieben