niemand geniert sich, geld zu verlangen weil alle es brauchen. nur künstlern wie schriftstellern unterstellt man, dass ihr genie arbeiten muss, selbst wenn kein honorar winkt. sie schrieben ohnehin zwanghaft, weil sie nicht anders könnten, nichts anderes tun als ausdenken und schreiben. dem hat der schriftsteller Martin Walser schon vor einiger zeit in einem interview widersprochen, in dem er geld als die einzige möglichkeit zur unabhängigkeit für den schriftsteller bezeichnete. „Alles andere ist Idealismus.“

in seinem letzten roman „Angstblüte“ geht seine hauptfigur, Karl von Kahn, sogar in ihrer ehrlichkeit noch weiter und erklärt:

„Der Kulturbetrieb ist verlogen. Man tut dort nur so, als würde man das Geld nicht beachten. Tatsächlich ist Geldvermehren eine Kunst wie Dichten und Musizieren.“