Wilhlem Genazino hatte einen lebenswunsch und den hat er sich erfüllt. ein höhepunkt war 2004 der büchnerpreis:

„Für mich war der Beruf des Schriftstellers ein Sehnsuchtsberuf. Ich habe nicht klein bei geben können, weil ich die Sehnsucht nicht aufgeben wollte. (…)

Ich habe mir das Leben des Schriftstellers als wunderbar und großartig und voller Freiheit vorgestellt – und das ist er in der Tat. Und daran habe ich festgehalten. Ich hätte die Lebensgefühle, die mir dieser Beruf gewährt, als angestellter Redakteur (…) zweifellos nicht haben können. (…)

Ich lebe ganz in meinem selbsterfundenen Schreibrahmen. Ich gehe abends relativ früh ins Bett, weil ich ein Frühaufsteher sein möchte, der morgens schon anfängt zu arbeiten. Auf diese Lebenslust hin ist alles andere zentriert. Ich fange also morgens um halb acht an und arbeite bis 12 Uhr. Danach bin ich ziemlich erschöpft, was ein freudiger Zustand ist. Anschließend gehe ich umher und schaue mir dies und das an. Das hat mir den unsäglichen Titel „Flaneur“ eingebracht, der ganz ungerechtfertigt ist, denn ich laufe nicht mehr in der Gegend herum als andere auch. Nur mache ich vielleicht etwas daraus. Aber vom Flanieren kommt das nicht, sondern von dieser sehr schönen, halb ermüdeten Aufmerksamkeit. Diese ist sehr empfänglich und nimmt viele Details auf, die andere möglicherweise nicht aufnehmen können, weil sie viel zu verhetzt sind. Das scheint mir ein ganz normaler Schriftsteller-Alltag zu sein. Aber er ist wunderbar.

Der Schriftsteller kann machen was er wll: Wenn er zu Hause hockt, ist er im Weltzentrum. Und wenn er weggeht und nach Paris fährt oder auch nur nach Hannover, dann sitz er am Rande einer großen Arena und schaut, wie interessant das alles ist.“

bei Hanser erschien in diesem jahr sein neues buch Das Glück in glücksfernen Zeiten.