der Insel Verlag hat einen neuen gedichtband der lyrikerin Sylvia Plath in der übersetzung von Jutta Kaußen veröffentlicht: „Liebesgedichte“. Tobias Döring beginnt seine rezension „Immer wieder Liebeslieder“ in der FAZ mit einer darstellung der schwierigkeit, einen einzigartigen ausdruck für den einzigartigen zustand der liebe zu finden. und das mit worten, die wir jeden tag für banales, für alltägliches verbrauchen und abnutzen:

„… Ein Liebesgedicht überzeugt durch Prägnanz. Das aber stellt unsere Sprache vor die Schwieirigkeit, mit nichts als hergebrachten Mitteln, geborgten Allerweltswörtern und öffentlich flottierenden Floskeln das Allerintimste und Persönlichste, das uns überhaupt betreffen kann, zu formulieren. Denn von der schönsten Sache der Welt wahrhaft zu sprechen und sie einem Gegenüber mitzuteilen, ohne nur zu wiederholen, was millionenfach schon ausgesprochen worden ist, scheint aussichtslos.
„Ich liebe dich“ sind … die am häufigsten zitierten Wörter der Welt und sollen dennoch, wenn es darauf ankommt, das noch nie Dagewesene, Eigene und ganz Besondere bezeichnen helfen. Ein Liebesgedicht, das diesen Konflikt immer gleich und immer wieder neu vermitteln muss, ist deshalb eigentlich eine Unmöglichkeit. Es sucht fortwährend nach einer relevanten Sprache, die das Widerstrebende zusammenbringt, um die Gegensätze wenigstens dieses eine Mal doch zu vereinen: Welt und Wunsch, du und ich, Vorgefundenes und Unbedingtes müssen zueinander.“

ein beispiel aus „Liebeslied eines verrückten Mädchens“ von Sylvia Plath:
„Ich schließ die Augen, und die Welt schlägt hin wie tot;
Ich schlag die Lider auf, und alles ist wie neu geboren.“