»Mein Junge«, sagte Stanley Featherstonehaugh Ukridge, ein vom Schicksal vielgeprüfter Mann, bediente sich reichlich aus meinem Tabaksbeutel und ließ ihn dann in seiner Tasche verschwinden, »Pass auf, du Schlawiner.« »Was ist?« fragte ich und holte mir meinen Beutel wieder. »Hättest du Lust, ein immenses Vermögen zu verdienen?« »Immer.« »Dann schreib meine Biografie. Greif in die Tasten deiner Schreibmaschine und bring sie zu Papier, und dann teilen wir uns das Honorar. Vor kurzem hab‘ ich noch mal deine bisherigen Produkte durchgelesen, altes Ross, und ich finde, du stellst es falsch an. Dein Fehler ist, dass du nicht ins volle Menschenleben hineingreifst. Du denkst dir irgendeine x-beliebige Story aus und hackst sie aufs Papier. Aber wenn du dich an meine Lebensgeschichte machen würdest, dann hättest du was wirklich Lohnendes. Damit lässt sich eine Stange Geld machen, mein Alter – Vorabdruckrechte für England und Amerika, Buchrechte, Bühnenrechte, Filmrechte -, also glaub mir, vorsichtig geschätzt könnten wir pro Nase mindestens fünfzigtausend Pfund abkassieren.«
»So viel?«
»Ohne weiteres. Und noch was, mein Junge, hör zu. Du bist ein feiner Kerl, und wir sind alte Freunde. Deshalb überlasse ich dir meinen Anteil an den englischen Vorabdruckrechten für hundert Pfund in bar.« »Und was glaubst du, woher ich hundert Pfund nehmen soll?« »Na schön, sagen wir die englischen und amerikanischen Vorabdruckrechte für fünfzig.« »Du hast deinen Kragenknopf verloren.« »Wie wär’s mit meinem Anteil an sämtlichen Rechten für lumpige fünfundzwanzig?« »Ohne mich.« »Weißt du was, altes Ross?« sagte Ukridge strahlend. »Gib mir fürs erste mal drei Schilling, und dann sehen wir weiter.«

aus: Gute Hunde von P.G.Wodehouse, www.edition-tieger.de

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