für das buchjournal führte Sabine Schmidt das interview mit dem autor, der sagt:

„Geschichten und gerade unterhaltsame sind geistige Lebensmittel, und wie ein Metzger oder Bäcker versorge ich Menschen mit dem, was sie zum Leben brauchen.“

Historische Romane werden von Kritikern eher als zu leicht empfunden. Ärgert Sie das?

„Meine Lektion mit dem Feuilleton habe ich bei meiner Doktorarbeit gelernt. Ich hatte ein ganz ansprechendes Thema: „Das Paradies im Boudoir. Glanz und Elend der erotischen Libertinage“ – ich bin also staatlich geprüfter Erotologe und hatte innerhalb weniger Wochen große Rezensionen in den Feuilletons der überregionalen Tageszeitungen. Ich dachrte damals, das sei der Durchbruch. Aber das Resultat war gleich null, niemand außer den Rezensenten hat sich für meine Doktorarbeit interessiert. Wichtiger als das Feuilleton ist mir das Vergnügen der Leser. Ich habe mit meinen akademischen Ehren den Nachweis erbracht, dass ich nicht ungebildet bon, und jetzt kann ich es mir leisten, ehrlich zu sein.“

Das heißt?

„Ich will mich nicht langweilen, nicht beim Lesen und nicht beim Schreiben. Geschichten sollen spannend sein, überraschen, und sie sollen Emotionen wecken. Wenn meine Leser etwas über eine andere oder über unsere Zeit lernen und ich auch noch etwas über wichtige, allgemeinmenschliche, zeitübergreifende Themen vermitteln kann, finde ich das wunderbar. Aber meine Romane sollen so geschrieben sein, dass sie von mir aus auf dem Sofa oder am Strand gelesen werden können – und eben erst einmal fesseln.“

Wollen Sie mit Ihren Geschichten auf unsere Zeit verweisen und für Toleranz und Menschlichkeit plädieren?

„Es geht darum, den Blick zu öffnen. Literatur zeichnet sich dadurch aus, dass sie scheinbar Vertrautes in neuem Licht erscheinen lässt. Wenn man zeigt, wie Menschen früher mit Außenseitern umgegangen sind, kann das auch ein neues Licht auf unsere Gegenwart werfen. Das soll nicht belehrend sein, regt aber vielleicht an, über unsere Zeit neu nachzudenken.“

Die Gottessucherin, der neue roman von Peter Prange, ist bei Droemer Knaur erschienen