die fragen im interview stellten Silke Lambeck und Jan Sidney

Wie entstehen die Figuren?

„Ich glaube nicht dran, dass man sich in Menschen hineinversetzen kann. Hingegen glaube ich, dass man sehr viele Menschen in sich selber trägt. Den Geizigen, den Intriganten, den Grausamen – man kann sie alle mal rauskitzeln. Wenigstens für die Dauer einer Beschreibung. Und weil sie ja alle in mir drinsitzen, kann ich sie auch nicht so ganz verachten. Sie sind immer noch ein Teil von mir.“

Wird es für Ihre Umgebung schwierig, wenn Sie diese Teile rauskitzeln?

„Das beschränkt sich dann aufs Schreiben. Aber was natürlich passiert, ist, dass ich ganz in diese Welt eintauche und die Probleme des wirklichen Lebens nicht ganz ernst nehme. Ich betrachte es romanhaft und finde Dinge im wirklichen Leben lustig, die ich im Roman lustig fände, die aber tatsächlich problematisch sind.“