Autorenbrief vom 20. Januar 2010

Liebe Autorinnen und Autoren,

„Eine Geschichte richtig erzählen ist keine einfache Sache“, äußerte der Nobelpreisträger Halldor Laxness einmal, „jedenfalls ist mir keine andere viel schwierigere bekannt.“ Ein Statement der Bescheidenheit, denn der Schriftsteller hatte bereits mit dreizehn Jahren seinen ersten Roman und vor seinem siebzehnten Geburtstag einen zweiten beendet.

Ganz so schnell ging es bei dem australischen Autor Steve Toltz nicht. Er hat sich viele Jahre mit Gelegenheitsjobs und dem Schreiben für Zeitungen über Wasser gehalten bis er seinen ersten Roman veröffentlichen konnte – und geradewegs auf der Shortlist für den Booker-Preis damit landete: „Um das Jahr 2000 herum erhielt ich einen Auftrag von einer Londoner Zeitung. Sie wollten eine Kurzgeschichte von mir, 500 Wörter durfte sie lang sein. Ich schrieb sie, schickte sie aber nie ab. Wann genau aus dieser Kurzgeschichte der Roman „Vatermord und andere Familienvergnügungen“ entstand, ist schwer zu sagen, denn alles wurde so oft umformuliert, dass letztendlich kein Wort neben dem anderen geblieben ist. Die Idee dazu kam mir, weil mich damals zwei Fragen beschäftigten: Wie fühlen sich die Kinder von Menschen, denen die Medien das Leben zur Hölle machen? Und: Auf welche Weise rebelliert ein Kind, dessen Eltern Rebellen waren? Und schon war ich mitten in der Geschichte.“

Aber was, wenn die Muse streikt? Ray Bradburys Empfehlung: „Um Ihre Muse zu nähren, sollten Sie so hungrig auf das Leben bleiben, wie Sie es als Kind gewesen sind. Waren Sie das nicht, dann ist es ein wenig spät, um noch damit zu beginnen. Andererseits: besser spät als nie. Trauen Sie es sich zu? Es bedeutet, dass sie wieder lange nächtliche Spaziergänge durch Ihre Stadt oder Ihren Heimatort oder über Land unternehmen. Und tagsüber lange durch die Gegend zu wandern, um Bibliotheken und Buchläden zu besuchen. Aber gleichzeitig auch, während wir noch die Muse nähren, das Problem lösen, dass sie bei uns bleibt?“ Das und andere Problemlösungen für das Schreiben verrät der geniale Erzähler in seinem Band „Zen in der Kunst des Schreibens“, 176 Seiten, 12.80 Euro versandkostenfrei:
www.autorenhaus-verlag.de/ray-bradbury+zen-in-der-kunst-des-schreibens.phtml

Übrigens empfiehlt Ray Bradbury auch einen anerkannten Klassiker über das Schreiben, der zuerst 1936 erschienen ist und bis heute vielen Autoren geholfen hat: „Ein wirklich nützliches Buch ist Dorothea Brandes „Schriftsteller werden“. Es beschreibt, wie ein Autor herausfinden kann, wer er ist und wie er das, was in ihm liegt … zu Papier bringen kann. „Schriftsteller werden“ von Dorothea Brande, 136 Seiten, 10 Euro, versandkostenfrei:
www.autorenhaus-verlag.de/schriftsteller-werden-dorothea-brande.phtml

Hier finden Sie die Beiträge zum Thema Tagebuch der drei Autoren, die die DVD „Freedom Writers“ in den nächsten Tagen erhalten. Allen anderen vielen Dank für Ihre E-Mails!
www.autorinnen.de

Im Tieger-Blog verrät A.L. Kennedy welche Schriftsteller sie bewundert und welche sie ablehnt, Richard Powers wie Schreiben hilft das Selbst zu finden und Franz Hohler, warum er die Fantasie für ein lebenswichtiges Organ hält:
www.autorinnen.de

Schreiben Sie sich auch weiter unbeirrt durch die langen grauen Wintertage.
Das wünscht Ihnen
Ihre Gerhild Tieger

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