in ihrem interview fragt Claudia Senn in „annabelle“ 18/08 die dramatikerin Laura de Weck, deren stücke „Lieblingsmenschen und SumSum bei Diogenes erschienen sind:

Ist ein Theaterstück eine Art Roman in Dialogform?

„Keineswegs. Wer ein Stück schreibt, muss von Anfang an wissen, dass es im Unterschied zu einem Roman kein fertiges Werk ist. Erst die Inszenierung auf der Bühne macht es vollständig. Man muss also beim Schreiben Leerstellen lassen – für die Arbeit des Regisseurs, der Schauspieler, des Bühnenbildners. Und liest man das Stück dann, sollen die Dialoge einen Fantasieraum öffnen, der über das Gesagte hinausgeht. Zum Beispiel lässt man die Figuren nicht immer das sagen, was sie meinen. Oder man impliziert eine Handlung. Wenn jemand zum Beispiel sagt: „Was ist? Ist dir schlecht?“, dann denkt der Leser: Aha, da muss wohl vorher etwas vorgefallen sein. Was war das wohl? Und schon öffnet sich dieser Fantasieraum.

Was macht die Qualität eines guten Stückes aus?

(…) Die schönsten Stücke sind immer die, die sich ehr konkret und auf universelle Weise mit den grossen Fragen des Lebens beschäftigen: Liebe, Tod Sinn des Lebens. Man kann sie mit Herz und Bauch lesen. Je mehr man erlebt hat, um so besser kann man solche lebensbestimmenden Gedanken herausdestillieren und verdichten.“

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Lajos Egri: Dramatisches Schreiben