weil meine eigenen Erfahrungen nicht den Hoffnungen und Ambitionen entsprechen, die cich für meine Bücher habe. John Wray hat den roman „Retter der Welt“, geschrieben, in dem ein 16jähriger junge glaubt, er könne die welt vor der nahen klimakatastrophe retten, aber alle halten ihn für schizophren.
umagazin hat den schriftsteller interviewt und gefragt, wie stark autobiografisches erleben sein schreiben beeinflusst:

Bist du nicht Schriftsteller geworden, weil du das Gefühl hattest, da ist etwas in dir drin, was raus muss?

„Doch, natürlich. Ein Roman ist ja der intimste Ausdruck, den man sich vorstellen kann. Nur sollte man sich nicht fragen, ob ich schizophren bin, weil meine Hauptfigur unter dieser Krankheit leidet. Wenn man etwas über mich erfahren möchte, dann muss man sich nur anschauen, wie ich die Erzählung konstruiere, wie ich die Ereignisse schildere und welches System ich erfinde, um meinen Roman zu erzählen. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht zynisch, aber wenn ich aufgefordert werden würde, könnte ich über jedes Thema schreiben. Die wichtigsten Entscheidungen werden immer erst nach der Themenfindung getroffen. Es gibt diese alte Weisheit, nach der es nur zwölf verschiedene Geschichten gibt, die immer wieder neu erzählt werden. Das ist wahrscheinlich eine Übertreibung, aber im Kern steckt da schon eine Wahrheit drin.“
erschienen bei Rowohlt