Liebe Autorinnen und Autoren,

„Jesus, es gibt nur eine Kunst: das Weglassen! Oh wenn ich nur das Weglassen beherrschte, ich würde sonst nichts wissen wollen.“ Das hat sich Robert Louis Stevenson gewünscht, der Schriftsteller, der Weltliteratur wie die „Schatzinsel“ oder „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ schrieb.

Und Virginia Woolf klagte: „Als ich diesen Text noch einmal las (an einem sehr grauen Abend), fand ich ihn so flach und monoton, dass ich keine Atmosphäre darin »spüren« konnte: Ganz sicher hatte er keinen Charakter. Am nächsten Morgen machte ich mich in der Hoffnung, es beleben zu können, daran, ihn drastisch zu kürzen und umzuarbeiten und vernichtete dabei die einzige Tugend, die er hatte: eine Art von Kontinuität, denn ich hatte es ursprünglich in traumartigem Zustand geschrieben (…) Ich habe alle Seiten, die ich herausgestrichen habe, behalten, sodass der Text genau so rekonstruiert werden kann, wie er war.“

„Irgendwann, nachdem Sie die Erstfassung Ihrer Geschichte vollständig auf Papier gebracht haben, schicken Sie Ihren Freigeist auf ein Tässchen Yogitee hinaus und laden den strengen Lektor mit seinem Satz akkurat gespitzter Bleistifte ein. Oh ja, er wird Sie zwingen, zu kürzen, zu streichen, zu korrigieren und ein paar schwierige Fragen zu beantworten, aber hören Sie ihm dennoch aufmerksam zu, denn Ihre künftigen Leser werden zumindest ebenso viel verlangen wie er.“
Beide Zitate stammen aus: Alexander Steele: Romane und Kurzgeschichten schreiben. Ein Handbuch der weltgrößten Creative Writing-Schule, 332 Seiten, 19,80 Euro, versandkostenfrei:
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Im Tieger-Blog erklärt Harald Hartung, warum Gedichte mehr Herzenskühle brauchen, der kubanische Krimiautor Leonardo Padura Fuentes, dass jeder Autor sich für Grenzen beim Schreiben entscheiden muss und Peter Bichsel ist entweder desillusioniert oder will uns in „Zimmer 202“ rätseln lassen:
www.autorinnen.de

Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Gerhild Tieger

Neuerscheinung: „Mit Wölfen leben“ in der www.edition-tieger.de

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