„Eine heikle Angelegenheit, das Gedichteschreiben, Sprachvermögen einmal vorausgesetzt, erfordert es Geduld und Verstand, mehr Herzenskühle als Herzenswärme. Können und Wissen sind unabdingbarf, selbst wenn man Ende davon wenig aufscheint. Gleich um die Ecke lauert der Dilettantismus mit seiner Gefühligkeit, seinem Pochen auf Seelentiefe. Seit dem halben Jahrhundert, da man nun freie Verse als Zeichen der Modernität erachtet, droht banale Selbstdarstellung mehr noch als früher. Und das Publikum, das ein gutes Gedicht von einem anderen unterscheiden will, ist nicht allzu zahlreich. Enzensberer hat einmal nachgerechnet, es seien mehr Dichter als Leser auszumachen.“
schreibt Beatrice von Matt über das Handwerk als goldenen Boden der Lyrik bei Harald Hartung