Erica Wagner im Interview mit dem schriftsteller:

„Ich plane meine Geschichten nicht, sondern lasse mich beim Schreiben Zeile für Zeile von der Story überraschen. Sagen wir es so: Ich „entdecke“ schreibend die Geschichte. Was die Affäre meines Helden mit der jungen Frau betrifft, erging es mir wie bei der Lektüre von Updikes „Rabbit in Ruhe“. In diesem Roman erholt sich der Protagonist im Haus seines Sohnes von einer Herzoperation. Die Schwiegertochter pflegt den Bettlägerigen – und auf einmal entspinnt sich ein sehr flirtiger, sehr erotischer Dialog. Als ich das las, dachte ich: Was hast du vor, du Schuft? Du wirst doch nicht etwa mit deiner eigenen Schwiegertochter ins Bett gehen?Er tat es: Es war dreist, es war wunderbar, und es war völlig unausweichlich.

Haben Sie versucht, ihren Helden an ähnlichen Eskapaden zu hindern?

„Nein, denn ich empfand beim Schreiben das Gleiche wie bei „Rabbit in Ruhe“: Was hast du vor, du Schuft? Das kann doch nicht wahr sein! Willst du das wirklich tun?Und es war dann genauso dreist, genauso wunderbar und genauso unausweichlich. Also holte ich die Werkzeue aus meinem Pornobaukasten und schrieb die Szene.“

Auszug aus Cicero – „Was hast du vor, du Schuft?“