vor hundertelf Jahren erschien am 22. April 1899 in der Berliner Morgenpost – Neues Berliner Lokalblat – folgender Aufruf:

„Das ärmste Ehepaar im Reich

Edmund von Hagen, der während der ersten Bayreuther Festspiele zu jenen Schriftstellern gehörte, bei denen die Begeisterung für Richard Wagner sich manchmal sogar absonderlich äußerte, befindet sich in so arger Bedrängniß, daß er uns bittet, einen „Nothschrei“ zu veröffentlichen, damit er nicht gezwungen werde, sich von seiner innig geliebten, guten und treuen Frau trennen zu müssen“. Thatsächlich seien sie Beide das ärmste Ehepaar im ganzen Deutschen Reich, denn seine Gönner hätten ihn in einem Zustande gelassen, in dem 1. die Wohnung so möblirt ist, daß nur zwei kleine Tische und zwei Stühle da sind. 2. die Küche keine genügenden Töpfe besitzt, keine Eßteller, nur einen Suppenteller, 3. wir gezwungen sind, Winter und Sommer hindurch ein und dieselbe ungenügende Kleidung zu tragen und ich z.B. nicht einmal monatlich das Hemd wechseln kann, 4. unsere Nahrung nur aus Brot und Kartoffeln besteht. Vielleicht finden sich Menschenfreunde, die dem bedauernswerthen Mann zu Hilfe kommen. Edmund v. Hagen wohnt in Berlin N., Müllerstraße Nr. 165. Vielleicht auch erbarmt sich die Familie Wagner des alten Mitkämpfers.“