Matthias Zehnder befragt die Dozentin und Autorin des Insider-Romans „Möchtegern“:

Haben Sie einen Plan beim Schreiben?

Matthias Zehnder

„Ich habe zu Beginn keine Ahnung, wo es hingeht. Beim neuen Roman wollte ich zuerst ein Buch über eine Frau schreiben, die am liebsten alleine ist. Es begann also eigentlich damit, dass ich mir auf Papier einen Wunsch erfüllte. So ist es oft: Wenn ich schreibe, probiere ich eine andere Möglichkeit aus. Ich lebe ein anderes Leben. Die Geschichte hat sich dann allerdings völlig anders entwickelt, weil andere Figuren dazukamen.“

Inwiefern ist Schreiben ein Handwerk?

„Schreiben ist eine Mischung aus Handwerk und Intuition. Die Arbeit am Text, das Verbessern, Feilen und Polieren, das ist Handwerk. Aus dem Schreiben wird im deutschsprachigen Raum ein Mythos gemacht. Dagegen kämpfe ich an. Die Angst, etwas Schlechtes zu schreiben, ist oft so gross. Dabei ist es viel einfacher, beim Schreiben etwas Misslungenes zu korrigieren, als zum Beispiel beim Malen.“