Vor etwas mehr als 100 Jahren hat sich die Berliner Morgenpost, an eine Zeit erinnert, in denen Melancholiker noch nicht als Kranke sondern als „empfindsame Seelen“ mit Geniepotential galten:

„Ein bißchen Opium darf’s sein.

Es gab eine Zeit, in der die Melancholie nicht als eine bedauernswerthe und der Heilung dringend bedürftige Krankheit, sondern als der schöne Ausdruck einer empfindsamen Seele, insbesondere als ein Wahrzeichen des jungen Dichtergenies, galt. Die strenge Entwicklung der wissenschaftliche Forschung hat von dieser Anschauung kaum noch etwas übrig gel, sondern hat die Schwermuth in die Reihe der Geisteskrankheiten aufgenommen. Eine Heilung wird in den meisten Fällen durch Anwendung warmer Bäder und Gaben von Opium erzielt.“