„Ein Wort ist immer auch Passwort und eine gute Erzählung immer auch Geleitbrief. Sprache ist Übergang. Der Aufenthaltsort des Schriftstellers ist der Bereich zwischen Welt und Wort. Man steht in der Öffnung und richtet sich in der Offenheit ein – wie Philipp Erlach, der Protagonist in ‚Es geht uns gut‘, dessen Lieblingsplatz die Schwelle des geerbten Hauses ist, nicht draußen, aber auch nicht drinnen. Ob als Mensch im Allgemeinen oder als Schriftsteller im Speziellen: man kommt nie ganz hinein (ins Leben), nie ganz durch (im Leben) und findet sich ständig seiner Grenzen belehrt. Doch wenn wir auch wissen, dass auf den Tag die Nacht folgt und auf den Sommer der Herbst, dass der Menschen Tage wie Gras sind und wir sterben müsen und dass selbst die Sterne verglühen. Wir versuchen trotzdem, hinüberzukommen, hineinzukommen, als Schreibende, als Reisende: in die Erkenntnis des Unbekannten.“
aus seiner Dankesrede zur Verleihung des Literaturpreises der deutschen Konrad-Adenauer-Stiftung 2011
von Arno Geiger erschien 2011 im Hanser Verlag ‚Der alte König in seinem Exil‘