Marco Schmidt: Was ist die wichtigste Lektion, die Sie bei Iher Regiearbeit gelernt haben?

Francis Ford Coppola: „Dass man Geduld haben muss. Dass man den Dingen Zeit zum Reifen geben sollte. Wenn Sie zum Beispiel eine Filmszene einrichten, dürfen Sie nicht so dumm sein zu glauben, sie würde auf Anhieb funktionieren wie die berühmtesten Momente der Filmgeschichte. Man zieht ja auch einen Kuchen nicht schon nach einer Minute Backzeit aus dem Ofen und flucht: „Mist, misslungen!“ Ruhig Blut! Gib der Szene eine Chance. Und vor allem: Hab ein offenes Ohr für die Vorschläge deiner Darsteller und Crew-Mitglieder. Als junger Regisseur war ich geradezu taub gegenüber Anregungen von außen und glaubte, alles besser zu wissen. Ein großer Fehler! Jeder gute Film lebt von Teamarbeit. Kollaboration ist die Kopulation der Künstler.“

Marco Schmidt hat den berühmten Filmregisseur auf dem Filmfestival Marrakesch 2011 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung interviewt: „Sind Sie selbst der Pate, Mister Coppola?“