„… je älter ich werde, desto mehr begreife ich, dass die Gattung des Romans im Wesentlichen humoristisch ist. Selbst wenn ein Roman tragisch ist, hat er etwas zutiefst Komisches, zumal bereits dem Bemühen des Romanciers, seine Erzählung so lebensecht wie möglich erscheinen zu lassen, etwas Lächerliches anhaftet.
Jeder ernsthafte Schriftsteller hält irgendwann in seiner Karriere inne und muss sich fragen, was er da eigentlich tut: ein erwachsener Mensch, der sein Leben damit verbringt, Geschichten zu erzählen? Lügengespinste? Das ist schon eine sehr missliche Lage für einen intelligenten Menschen, und so ist es vielleicht auch nicht weiter verwunderlich, dass man sich schliesslich wie ein kleiner Gott aufzuführen beginnt. Ich kann meine Figuren herumschieben, wie es mir gefällt. Ich kann sie sterben oder tanzen lassen.“

Thomas David im Gespräch mit dem irischen Schriftsteller John Banville zum Erscheinen des Romans ‚Unendlichkeiten‘, im Verlag Kiepenheuer & Witsch. (Wenn Hermes zur Feder greift, Neue Zürcher Zeitung 18.2.2012)