Die meisten Freiberufler, so auch die Wortarbeiter, können ihre Auszeit wählen, wann sie sie brauchen. Maupassant hat sie „auf See“ verbracht und erlebt „wie der Rausch des Alleinseins in mich eindringt, der süße Rausch der Ruhe, die gar nichts stören wird, kein weißer Brief, kein blaues Telegramm, nicht die Klingel meiner Tür noch das Bellen meines Hundes“. Mir würde allerdings das mehrstimmige Bellen meiner Hunde fehlen.

Ganz entspannt sind die Einträge, die der Schriftsteller notiert und er beschreibt die Absicht: „Dieses Tagebuch enthält keine interessante Geschichte und kein interessantes Abenteuer. Als ich im letzten Frühjahr eine kleine Kreuzfahrt entlang der Mittelmeerküste machte, habe ich mich damit vergnügt, jeden Tag aufzuschreiben, was ich gesehen und was ich gedacht habe. Kurz, ich habe Wasser, Sonne, Wolken und Felsen gesehen – anderes kann ich nicht erzählen -und ich war einfach in Gedanken, wie man sie spinnt, wenn die Wogen einen wiegen, einlullen und hier- und dorthin tragen.“ Man kann ja mal davon träumen – beim Lesen.
aus: Guy de Maupassant: Auf See. Mare Verlag Hamburg 2012

Buchtipp: Tagebuch schreiben