Olivier Guez unterhielt sich mit dem Autor von Handbuch für den russischen Debütanten und der Romane Snack Daddys abenteuerliche Reise, Super Sad True Love Story u.a. auch über seine pessimistischen Vorstellungen von der Zukunft Amerikas und der Literatur:
„Ich bin anderthalb Jahre lang durch das Land getingelt, nachdem ich vier Jahre mit dem Schreiben des Romans (Super Sad True Love Story) verbracht hatte. Um Bücher zu verkaufen, war ich sogar bereit, Fotos meines sterbenden Hundes zu zeigen. Aber im Grunde lesen die Amerikaner nicht mehr oder nicht mehr viel, weil sie so viel Zeit mit den Spielereien auf ihren iPads, iPhones und iPods zubringen. … Unter solchen Umständen liegt es auf der Hand, dass die Literatur leidet.“
Lesungen und andere Autorenauftritte kosten Zeit und die braucht der Schriftsteller, um zu schreiben. Aber schließlich hat Shteyngarts Roman doch 200.000 Käufer gefunden.

„Was bedeutet der Rückzug der Literatur für unsere westlichen Gesellschaften? fragt Olivier Guez
„Zunächst einmal weniger Einfühlungssvermögen. Bücher machen es möglich, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, um sie und ihre Psychologie besser zu verstehen. Außerdem bedeutet er weniger Introspektion, denn die ist der schlimmste Feind des Internets, dieser eifersüchtigen und unendlich anspruchsvollen Geliebten. Und schließlich (bedeutet er) ständige Ruhelosigkeit, denn Ruhe ist vollkommen unvereinbar mit den neuen Technologien.“
Aus dem Gespräch, das Olivier Guez mit dem Schriftsteller führte: „Warum ist Amerika so müde, Mr. Shteyngart?“ Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 3.11.2012