Christiane Petersen spricht mit dem englischen Schriftsteller, dessen Romane Waterland und Letzte Runde ihn auch in Deutschland bekannt gemacht haben über seinen neusten Roman ‚Wärst du doch hier‘ (dtv)

Sie beschreiben Orte und Menschen mit einer berührenden Lebendigkeit. Welche Rolle spielt die Recherche bei Ihrer Arbeit?

„Ich recherchiere nicht viel. Eigentlich schreibe ich erst und recherchiere hinterher. Ich habe großes Vertrauen in die Imagination, die uns tatsächlich zu Orten bringen kann, wo wir noch nicht waren. Recherche steht der Imagination im Weg. Wenn das Schreiben gut läuft, dann habe ich das Gefühl, die Imagination ist eine größere Kraft als ich selbst. Ich denke, das ist es, was Menschen Inspiration nennen. Das ist das seltene, kostbare Gefühl, dass es etwas gibt, das durch dich arbeitet. Das Wunderbare daran ist, Dinge zu entdecken, die aus dir kommen, von denen du aber nicht wusstest, dass du sie in dir hast. Ich habe nur wenige Male im Jahr dieses Gefühl, aber das ist so aufregend, dass es das ganze andere wettmacht. Und es ist nah dran an dem Gefühl, ein geborener Schriftsteller zu sein.“