Im Interview für die Neue Zürcher Zeitung (8.9.2012) fragt Thomas David den Literaturnobelpreisträger des Jahres 2001:

Können Sie die Angst vor Ihrem eigenen Misserfolg beschreiben, (…) ?

„Die Angst, nichts zu erreichen, nichts zu erschaffen. Es handelte sich schlichtweg um die Angst, die von mir ersehnte Karriere als Schriftsteller nicht auf den Weg bringen zu können, und nachdem mir dies gelungen war, litt ich an der Angst, plötzlich nicht weiterschreiben zu können. Diese Angst hat mich mein Leben lang begleitet. Es dauerte ziemlich lange, bis ich lernte, sie hinzunehmen und einfach vorauszusetzen, dass ich immer weiter schreiben würde. Aber jetzt, da ich dieses fortgeschrittene Alter (2012 wurder er 80 Jahre alt) erreicht habe, bin ich am Ende angelangt, und manche Menschen sind darüber sehr unglücklich. Ich nehme an, ich sollte darüber ebenfalls unglücklich sein, aber ich habe in meinem Leben so viel geschrieben. Wenn ich jetzt versuche, etwas zu schreiben, dann höre ich nur die alten Wörter in meinem Kopf herumtanzen.“