Sandra Kegel befragt den Philosophie-Lehrer und Schriftsteller Jerome Ferrari, der mit seinem Roman ‚Predigt auf den Untergang Roms‘ im vorigen Jahr den Prix Goncourt erhielt:

Was kann Literatur, was der Philosophie fehlt?
Literatur kann Empathie erzeugen, indem sie uns in die Haut eines anderen versetzt. Uns dazu bringen, einen bestimmten Standpunkt einzunehmen, subjektiv und intim, das können so weder die Geschichtsschreiber noch die Philosophen.“

Was hat Sie das Schreiben gelehrt?
„Es ist schon eine bizarre Tätigkeit, die ich nicht verstehe. Aber eine interessante Erfahrung allemal. Sich selbst fremd zu werden und sich in das, was andere erleben, hineinzuversenken – das ist es, was mich am Schreiben am meisten fasziniert.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.5.2013