9783932909429In seiner Rezension für die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt Ralf Bönt das Werk von Kevin Dutton, Professor für Psychologie in Oxford, vor. Der englische Psychologe beschäftigt sich in der im Deutschen Taschenbuch Verlag veröffentlichten Neuerscheinung „Psychopathen. Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann“ mit menschlichem Verhalten, das die Gesellschaft als krankhaft und anormal empfindet. Dazu liefert er authentische Beispiele und analysiert sie. Im folgenden Auszug zitiert der Rezensent Ralf Bönt, mit welchen Eigenschaften der Buchautor einen Psychopathen ausgestattet hat:

„Der Psychopath sei eine intelligente Person, charakterisiert durch Gefühlsarmut, fehlendes Schamgefühl, Egozentrik, oberflächlichen Charme, fehlende Schuldgefühle, Angstlosigkeit, Immunität gegen Bestrafungen, Unberechenbarkeit und Verantwortlichkeit, manipulatives Verhalten, viele kurzzeitige Beziehungen. Er hat nicht das geringste Interesse an der Freude oder dem Streben der Menschheit, zeigt Gleichgültigkeit gegenüber Schönheit und Hässlichkeit, gegen Gut und Böse, ist für Liebe nicht empfänglich, wogegen Schrecken und Humor ihn nicht berühren. Er versteht auch nicht die Rührung anderer, trotz scharfen Verstandes. Über alles redet er leichthin, ohne zu verstehen, dass er nichts versteht. Bei großer Kreativität und Fokussiertheit verfügt der Psychopath über besondere Skrupellosigkeit, in manchen Situationen, aber auch über besondere Empathie und außergewöhnlichen Altruismus. Am pathologischen Lügen erkennt man ihn.“
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