„Autobiografische Romane haben viele Facetten und gerade deshalb nur das eine Merkmal: die Offenheit für alle Gattungen. (…)

Autobiografische Romane bestehen aus reflexiven und kritischen, epischen und autobiografischen Passagen. Sie werden zu einem offenen Kunstwerk im Sinne Friedrich Schlegels, das sich an keine poetologische Ordnung mehr gebunden fühlt, in dem Sinne, „dass die Willkür des Dichters kein Gesetz über sich leide.“ (…)

„Die nach allen Seiten offene Form ist das Kennzeichnen des Ich-Romans. Das sagte Maxim Biller schon über ‚Irre‘ von Rainald Goetz. Das Buch sei so gut und modern, weil man nie weiss, ist das jetzt Prosa, Reflexion oder Poesie.

aus: Peter Urban-Halle „Der autobiografische Roman von heute“, Neue Zürcher Zeitung 20.10.2012.