„Irgendwann tippe ich das letzte Wort. Dann beginnt die eigentliche Arbeit. Hat die erste Niederschrift ein Jahr in Anspruch genommen, dauert es mindestens ebenso lange, den Text zu überarbeiten. Ich gehe ihn unzählige Male durch. Ich verknüpfe die Worte zu einer Melodie.
Zwei Jahre sind vergangen. 300 Liter Kaffe getrunken. Schon lange bin ich des Textes überdrüssig. Ich vernachlässige meine Kinder und den Mann, den ich liebe. Es ist an der Zeit, mich vom Text zu trennen. Der Roman geht an den Lektor (und kehrt danach noch viele Male zu mir zurück). Es war Inspiration und Knochenarbeit.

Schriftsteller sind manisch. Sie müssen es sein. Aus ihrer Besessenheit entsteht im besten Fall Literatur. Solche erhoffe ich mir in den Nächten an meinem winzigen, runden Tischchen oberhalb des schwarzen Zürichsees. Den Schlaf hole ich nach, wann immer es geht.“
aus: Books 3/2013 „Darum schreibe ich“ – in der Edition Nautilus erscheint von Corinna T. Sievers ‚Maria Rosenblatt‘