Ich habe mich oft gefragt, warum gerade Frauen verrückt nach Kriminalromanen sind. Stig Larsson, Arne Dahl, Hakan Nesser liegen unter ihrem Kopfkissen, aber meist bleiben die Leserinnen die ganze Nacht am Buch. Dafür könnte es eine Erklärung geben, die gerade wissenschaftlich ergründet werden soll.
Das Center for Neuropolicy in Atlanta hat Männer und Frauen nach der abendlichen Lektüre von Robert Harris schicksalhaft-spannenden Roman Pompeji mit Hirnscannern und Kernspintomographen untersucht. In den Hirnbildern fanden sich noch fünf Tage danach erkennbar veränderte Hirnstrukturen für Gefühls- und Angstempfindungen. Starke Gefühle, ist das nicht etwas, was fehlt in unserer eher eintönigen, gesicherten Alltagswelt? Krimispannung als Ersatz?
Joachim Müller-Jung: FAZ 7.1.2014 „Die Roman-Verschaltung“
Buchtipp: Crime