Günter Kunert in der Frankfurter Anthologie der FAZ zu einem Gedicht von Heinz Czechowski: „Jedes Gedicht ist, mehr oder minder verhüllt, ein Selbstbekenntnis. Ohne ein gewisses Maß an Egomanie gäbe es keine Dichter, keine Gedichte.“

Gertrud Kolmar: „Der du dies liest, gib acht¸ / Denn sieh, du blätterst einen Menschen um.“

Wer aber die nur die Seiten und die Buchstaben, auf denen es steht sieht, der wird nicht berührt von „seinem großen Blick“.

Friederike Mayröcker: „Wenn du den tiefsten Schmerz der Vereinsamung fühlst wirst du 1 Dichter sein unter Mimosenbäumen Palmen/Perlen.“


Durs Grünbein
: aus ‚Russophilie’

„… Daß der Vers ein Suchlicht ist in Psyches Schacht.

Und auch dies: wer dichtet, ist allein.“

Thomas Lux: aus ‚Du gehst zur Schule, um zu lernen’

„… Kein Gedicht / Kaufte je einen Hamburger, jedenfalls nicht sehr viele.“

Magdalena Ruetschi: aus Das Gedicht

„Elfenbeinschwarz/ muss es sein/ mit Harz/ durchsetzt/ zerfurcht/ verriffelt.“

Myriam Moscona: aus Zeugnis

„Sie schreibt, wenn sie etwas zu sagen hat.

Sie verbraucht nicht den Zauberstab des Gedichts.

Sie trägt ihn als Wanderstock und Stütze.“

Eva Strittmatter: aus Welt

„… Ich kann drauf verzichten / Daß man mich kennt. Ich kann heimlich dichten.“

Das schönste Dichter-Gedicht von Hans-Ulrich Treichel, in dem der Dichter seine eigene Frage beantwortet: Schreiben Sie eigentlich noch Gedichte? Und zu dem Ergebnis kommt:

„Nur wenn es sein muss / sonst nie.

Adam Zagajewski: aus ‚Gedichte schreiben’

„Gedichte schreiben ist ein Duell, / bei dem es keinen Sieger gibt …“

… ewiges Warten auf das nächste Gedicht…“

Tanikawa Shuntaro: aus Lumpen

„Vor Tagesanbruch / kam das Gedicht / in schäbige / Wörter / gehüllt …

Wieder und wieder / flicke ich / an seinem Lumpengewand.“

Buchtipp: Gedichte schreiben