In der Neuerscheinung „Kurz und gut schreiben“ erlebt der berühmte amerikanische Schriftsteller E.L. Doctorow an einem alltäglichen Beispiel, wie schwer es ist, sich kurz und präzise auszudrücken:

Eines Morgens beim Frühstück bat E. L. Doctorows Tochter Caroline, die damals in der ersten oder zweiten Klasse war, ihren Vater, ihr eine Entschuldigung zu schreiben, weil sie am Tag zuvor wegen einer Erkältung nicht am Unterricht hatte teilnehmen können. Doctorow schrieb: »Meine Tochter Caroline …« Er brach ab. »Selbstverständlich ist sie meine Tochter«, sagte er sich. »Wer sollte ihr denn sonst die Entschuldigung schreiben?« Er begann erneut. »Bitte entschuldigen Sie Caroline Doctorow …« Wieder hielt er inne. »Warum muss ich bitten?«, fragte er sich. »Sie war krank, sie hat schließlich kein Verbrechen begangen.« Und dann schrieb er eine misslungene Nachricht nach der anderen, bis sich zu seinen Füßen das zerknüllte Papier häufte. Schließlich sagte seine Frau Helen »Ich kann das nicht mehr mit ansehen«, verfasste eine makellose Entschuldigung und schickte Caroline in die Schule. »Schreiben ist schwer«, schloss Doctorow, »vor allem, wenn es kurz sein soll.«

Genau das wird in unserer schnellen Zeit in vielen Bereichen, auch außerhalb des literarischen Schreibens, verlangt. Aber wie schreibt man gute kurze Texte? Roy Peter Clark erklärt in seinem neuen Fachbuch wie Autoren mit sparsamen Worten und komprimierten Sätzen wichtige Informationen vermitteln, den Leser fesseln und in die Handlung hineinziehen. Und wie interessante Titel, Überschriften, Essays, Tweets, Briefe oder auch Selbstdarstellungen fürs Online-Dating entstehen. In „Kurz und gut schreiben“ erfahren Autoren, wie sie brillante, dichte Prosa schreiben, selbst mit nur 140 Zeichen. Roy Peter Clark: „Kurz und gut schreiben – Texthandwerk für schnelle Zeiten“, Hardcover, 250 Seiten, 16,95 Euro, versandkostenfrei – kann ab sofort vorbestellt werden: Hier bestellen.