Günter Keil hat mit dem Drehbuchautor und Schriftsteller, der 2008 den deutschen Krimipreis erhielt und besonders für seinen literarischen Stil gelobt wird, über den Hintergrund seiner Driver-Kriminalromane gesprochen:
„Ich versuche immer, meine Figuren mit Respekt zu behandeln und sie so anzulegen, dass sie menschlich und authentisch wirken. Zwischen den Zeilen soll keine Überheblichkeit durchschimmern. Dieses Coole, Abgebrühte und manchmal Schäbige meiner Figuren existiert ja nur an der Oberfläche. Meine Aufgabe ist es, daran zu kratzen und die andere Seite sicht- und spürbar zu machen.“
„Jeder, der Kriminalromane schreibt, speist diese aus der Gewalt in sich selbst, das gilt vor allem für uns in den USA. Unser Land basiert auf einer Geschichte der Gewalt und wir setzen sie fort. Wenn du mein Grundstück betrittst, erschieße ich dich!, warnt der Farmer den Fremden. Meine Aufgabe sehe ich darin, eine gewaltbereite, meinen Lesern nicht gerade sympathische Figur so zu beschreiben, dass sie Mitgefühl weckt. Das mag irritierend sein, aber so ist das Leben. Die Gewalt lauert überall, auch in der Werbung und in den aus ihr resultierenden Erwartungen. Die amerikanische Kultur ist wie eine riesige Maschine, die Wünsche herstellt, die nie erfüllt werden können. Diese Art von Kultur verurteilt uns zur Unzufriedenheit. Sie führt dazu, dass wir nicht mehr den Moment genießen können, sondern nach immer mehr streben.“
aus: Literarische Welt 29.9.2012 „Meistens war ich arm“.
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