„Schriftsteller zu sein, das hat etwas Schizophrenes. Natürlich nicht, im Sinne einer Krankheit. Aber ich habe das Gefühl, das Schreiben kommt von einem anderen Bewusstsein.

(…) Meine Persönlichkeit als Schriftstellerin ist nicht die Gleiche wie meine Persönlichkeit als Mensch. Das kommt jeweils aus unterschiedlichen Schichten derSeele. Deshalb bin ich manchmal wirklich sehr überrascht davon, was ich schreibe. Normalerweise beginnt mein Tag damit, zu lesen, was ich zuvor geschrieben habe. Ich erinnere mich daran, dass ich eines Morgens den Computer anmachte, den Text vom Vortag las und ihn überhaupt nicht wiedererkannte.“
Carmen Eller hat die israelische Schriftstellerin anlässlich des Erscheinens ihres neuen Romans „Schmerz“ interviewt. Zeruya Shalev wurde 2004 bei einem Selbstmordattentat schwer verletzt und konnte ihre eigenen Schmerzerfahrungen zusätzlich in die umfangreiche Recherche mit Ärzten und Therapeuten mit einbringen.
Neue Zürcher Zeitung 17.11.2015: „Ich treffe den Tod häufiger, als mir lieb ist“