Trotzdem überrascht die Offenheit, mit der Florian Kessler die Kritik an dem System benennt, aus dem er selbst stammt. Dahinter steckt ein Vorwurf: Wer aus dem Bürgertum stammt, habe keine bedeutenden Geschichten zu erzählen, weil man als Kind reicher Eltern keine bedeutenden Probleme erlebt. Und weil der ganze Betrieb mit Kindern aus der akademischen High Society der alten Bundesrepublik besetzt sei, verhalte es sich mit der deutschen Gegenwartsliteratur wie mit einer Party voll gut gekleideter, schön gewachsener, gut erzogener Menschen, die stundenlang an ihrem Wodka nippen, statt ihn mit einem Ruck herunterzustürzen.