Die meisten Ihrer Lieder, wenn nicht alle, sind in Reimen verfasst. Manchmal brechen Sie auch sprachspielerisch aus dem Schema aus. Empfinden Sie den Reim als beengendes Korsett – oder weist er Ihnen den Weg zu Versen und Welten, zu denen Sie ohne ihn nie gelangt wären?, fragt Timo Frasch im Interview mit Farin Urlaub.

Antwort: „… Nee, in 90, 95 Prozent der Fälle gibt es die Aussage, und dann muss ich den Reim schmieden, so dass der Inhalt dann doch das Wichtigste für mich ist. Und deshalb dauert die Suche nach einem Reim auch oft so lange. Ich bin da echt penibel. Mir reicht es nicht, wenn es ungefähr passt. Es soll bitte genau passen, ganz genau. Aber immerhin, in fünf bis zehn Prozent der Fälle ist das Reimen wie das Reisen. Der Reim nimmt mich mit in eine unbekannte Gegend, und ich denk‘: Guck mal, auch schön hier.“

Beim Reimen ziehen Sie alle Register: Schüttelreime, Binnenreime, Stabreime.
„Meine liebsten Spielzeuge.“

Haben Sie manchmal Angst, Ihre Hörer zu überfordern?
„Nein. Ich will jetzt nicht sagen, das ist mir immer schon völlig egal gewesen. Aber die Hörer sind nicht die Rezipienten, für die ich Stücke schreibe.“

Das heißt, was Sie in sich tragen, hauen Sie ohne Rücksicht auf Verlust raus?

„Im Prinzip ja. Was mich interessiert, was mich selber kickt. Da kann es natürlich passieren, dass ich exquisit lange an einem Reim feile, und keiner nimmt ihn wahr. Aber nach einem Jahr kommt dann vielleicht doch eine Mail: ‚Denk nicht, dass ich’s nicht gemerkt hab‘. Was für ein Reim!‘ Dann sag ich: Ja! Wenigstens einer oder eine.“
aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung Magazin – Timo Frasch „Urlaub für alle“ – Ein Interview mit Farin Urlaub
„Danger“ ist der neue Titel des Farin Urlaub Racing Teams