In der annabelle 5/16 hat endlich einmal jemand massiv vor dem Schreiben gewarnt. Das war schon lange fällig, aber es ist doch bezeichnend, dass es ein Mann war. Männer, das weiss jeder, klagen nun mal gern:

„Habe ich erwähnt, dass ich seit 25 Jahren Journalist bin? Man könnte denken, dass sich im Verlauf eines Vierteljahrhunderts so etwas wie Berufsroutine einstellt. Mitnichten. Das Einzige, woran ich mich gewöhnt habe, ist der Umstand, dass sich beim Schreiben keine Berufsroutine einstellt. Schreiben ist wie eine Krankheit, mit der man leben lernt. Schreiben ist anstrengend. Schreiben ist einsam. Schreiben ist die dunkle Seite des Journalismus.“
(…) „Schreiben ist wie Maurerarbeit, Ziegel auf Ziegel, Reihe über Reihe. Da ist nichts Lockeres, nichts Lässiges dabei. Erst wenn das Haus steht, die Räume begehbar sind und die Fenster überraschende Ausblicke bieten, setzt so etwa wie Entspannung ein. Man ist noch einmal davongekommen. Dann schreibe ich meinen Namen über den Textanfang, bringe das Manuskript ins Korrektorat und räume meinen Arbeitsplatz auf.“ aus: Der grosse Schwindel – Frank Heer übers Schreiben

So, jetzt wissen Sie es – das Schreiben als Journalist ist etwas ganz, ganz furchtbares. Wenn Sie es trotzdem versuchen wollen, weil viele Schriftsteller so angefangen haben und sich in finanziellen Dürrezeiten damit über die Runden retten konnten: Lesen Sie bitte das Profi-Werk von Rene Cappon ‚Journalistisches Schreiben‘