sagt John Wray, von dem bei Rowohlt der über 700seitenstarke Roman „Das Geheimnis der verlorenen Zeit“ erschien, „ist im Grunde eine unglaublich konservative, von Regeln verstellte Kunstform. Mehr als zeitgenössische Musik, mehr als Film und weit mehr als bildende Kunst. Am Ende eines jeden Schreibprozesses fühle ich mich klaustrophobisch eingeengt, möchte der Zwangsjacke entfliehen, die ich mir selbst angelegt habe. Dann macht es enormen Spass, gegen jede Regel verschiedene Genres zu mischen und zu hybridisieren.“

aus: Tilman Urbach „Fiktionales Erzählen ist unglaublich konservativ“ – Der amerikanische Autor John Wray versucht in seinem neuen Roman, die Zwangsjacke abzulegen – Neue Zürcher Zeitung 30.11.2016