„Mister Sorkin, wie machen Sie das? Wie komponieren Sie Ihre Dialoge, scharf wie japanische Messer und gleichzeitig so rhythmisch, dass sie sich sprechen lassen, als fiele den Schauspielern gerade erst ein, was sie sagen wollen, die so außerordentlich elaboriert ausgedacht sind, aber so klingen, als kämen sie direkt aus der Umgangssprache, Sätze, die in den Raum purzeln wie Lichtbälle von Leuchtraketen, smarte Sätze, die smartere Antworten provozieren?“ fragte Verena Lueken und der mehrfache Oskarpreisträger verrät sein Erfolgskonzept:
„Jemand muss etwas unbedingt wollen. Wenn er etwas unbedingt braucht, um so besser. Der Held will das Mädchen. Oder das Geld. Oder er will nach Paris – es spielt keine Rolle. Und dann muss sich ihm ein Hindernis in den Weg stellen, das er wegräumen muss. So funktioniert jede Szene, und so funktioniert jeder Plot. Das Hindernis muss allerdings glaubwürdig sein. Warum ruft er das Mädchen nicht einfach an? Warum steigt er nicht einfach in ein Flugzeug? Wenn das Publikum anfängt, so zu denken, ist die Geschichte tot.“
aus: Verena Lueken: „Menschen, die in Zimmern reden“, Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.2.2011