Viele Jahre hat der serbische Schriftsteller David Albahari in Kanada gelebt. Jetzt ist er in seine Heimat zurückgekehrt und lebt in der Nähe von Belgrad. Andreas Breitenstein hat ihn gefragt wie es ist, wenn eine Geschichte den Autor sucht und nicht der Autor die Geschichte:

„Wenn ich zu schreiben anfange, habe ich kaum je die fertige Story im Kopf. Die ersten Sätze setzen ein Feuer in Gang. Es entsteht ein Prozess des Entdeckens, der während der ganzen Niederschrift anhält. Eigentlich erzähle ich die Geschichte ja mir selbst, und wenn es Leute gibt, die sich dafür begeistern, um so besser.“
(…) „Schreiben ist für mich der Sprung von einer niederen zu einer höheren Ebene der Erkenntnis, die Dinge geraten in Bewegung durch kleine strukturelle Verschiebungen.“
Andreas Breitenstein: „Manchmal reicht ein einziger Satz“, Neue Zürcher Zeitung 16.3.2018