Felix Knapp meldete sich zu Wort. Nervös richtete er seinen Körper auf. Der rechte Arm war schon lange in die Höhe gestreckt. Er vernahm ein Murmeln seine Richtung: „Ja. Dann, wenn ich fertig bin, Knapp.“ Der Vortrag der Geschichtsprofessorin dauerte bis kurz vor Unterrichtsende.
„Was war denn deine Frage, Felix?“
„Kann man es so sehen, dass die 68-Bewegung eine Auswirkung, der zu wenig umgesetzten Erklärung der Menschenrechte von 1948 war; diese eine Folge des Niederstreckens des NS-Terrors? Und war die Machtergreifung Hitlers nicht eine Konsequenz des Scheiterns der 1918 gegründeten Republik Österreich? Ist die Revolution von 1848 eigentlich als geglückt zu betrachten?“
„Nein, um Gottes willen!“, rief Frau Professor Wille, „so kann man das nicht sehen. Alles verkürzt, Knapp!“
Die Pausenglocke läutete.
Felix Knapp bekam weder eine Andere, noch eine ungekürzte Antwort.