Eine unglaubliche Ruhe, nur Vogelgezwitscher war zu hören. Die Blätter der großen Buchen, Birken und Eichen bewegten sich im tänzelnd im Wind. Darunter eine Wiese, sattgrün. Ein wunderbarer Ort.

Ein angeschriebenes Auto kam angefahren. Die Schrift war nicht zu entziffern.. Eine Frau und ein Mann stiegen aus und öffneten den Kofferdeckel. Sie packten ein grosßes Package aus. Es waren Zeltblachen und Zeltstangen. Ziemlich umständlich begannen sie ein riesengroßes Zelt aufzustellen, ein Zelt für mindestens zehn Personen.

Wir wunderten uns und rätselten was das wohl werden könnte.

Und dann plötzlich waren sie da. Sie wurden in Autos hergebracht, Männer, Frauen, Kinder. Viele hatten eine Jacke mit heraufgezogener Kapuze an, die Gesichter war kaum ersichtlich. Aus einem Auto wurden Tische, Bänke, Stühle entnommen und weitere kleine Zelte wurden aufgestellt. Einer der Tische wurde vollgepackt mit Gaskocher, Essgeschirr, Getränke, Esswaren.

Die Kinder bekamen Spielsachen, kleine Fahrräder. Die Männer hockten sich um einen Tisch tranken Bier. Die Frauen brachten Tücher und Decken in die Zelte. Ein buntes Treiben begann, ziemlich laut.

Woher diese Menschen wohl kamen. Es mussten Flüchtlinge sein. Wieso brachte man sie gerade zu uns.

Es wurde Abend. Bis spät in die Nacht hörte man Kinder lachen und weinen, Männer und Frau diskutieren. Am anderen morgen war alles ruhig. Kein Mensch war zu sehen. Auf den Tischen standen Gläser, Teller, angefangene Flaschen in einem wilden Durcheinander. Dieses Durcheinander ging nahtlos auf der Wiese weiter. An einem Seil, welches zwischen zwei Bäume gespannt war, hingen Kleider. Erst so gegen Mittag gab es wieder Bewegung auf dem Platz, Kinder krochen aus den Zelten.

Am Nachmittag mussten wir weg und kamen erst am Abend wieder zurück. Jetzt konnten wir beobachten, wie die Frauen das Küchenmaterial zusammensuchten, alles wuschen und in Kisten versorgten. Dann packten auch die Männer mit an, Tische, Bänke, Stühle, Zelte wurden zusammengepackte und in den Autos verstaut.

Dann stiegen nach und nach alle ein und fuhren los. Ja, es waren Flüchtlingen. Flüchtlinge, die über das Wochenende aus der Enge der Stadt entflohen waren, hinaus in die Natur.

Aus den Einsendungen zum Erscheinen von „Short-Shortstorys schreiben – Kürzestgeschichten schreiben“ von Roberta Allen.