… sollten nicht nur ruhig, sondern auch dunkel sein. Mein Büro ist total abgedunkelt, vor mir leuchtet nur der Bildschirm meines Computers, der aber nicht mit dem Rest der Welt verbunden ist. Die Essenz des fiktionalen Schreibens ist die Isolation.“

„Indem ich mich isoliere, bringe ich den Lärm zum Schweigen. Nur durch ein sehr kleines Loch dringt die Welt noch zu mir durch und wenn ich in diesem Zustand bin, nehmen Kleinigkeiten plötzlich eine eigene Bedeutung an: Ich erinnere mich plötzlich – ach, diese Bemerkung, die ich gestern im Bus hörte, ist interessant.“

„Ich gebe zu, dass ich das halbe Leben mit Ohrstöpseln zubringe … Ich arbeite mit diesen Dingern, ich schlafe mit ihnen, ich liebe es still, am Ende begleiten sie mich vierzehn Stunden am Tag. Mein Problem ist in der Tat, dass ich mich allzu leicht ablenken lasse. Das lässt sich mit meinem Job nicht vereinbaren.“
aus: René Scheu „Twitter ist ein Tool für Tyrannen“, Neue Zürcher Zeitung 8.11.2017