„Das Schreiben muss zuerst zu mir kommen, damit ich schreiben kann … Ich darf aber nicht passiv darauf warten, sondern muss eine feinfühlige Antenne ausfahren. Um die Vibration empfangen zu können, muss ich in mir ein besonderes Biotop kultivieren.
Was ich damit meine ist, dass ich mich als eine Art Übermittlerin fühle. Schreiben funktioniert nach einem ähnlichen Muster wie Träumen. Traumbilder entstehen, weil sich in meinem Gehirn gespeicherte Bilder vermischen. Träume kommen mir aber wie ätherische Gebilde von fernen Sternen vor.“
Die Erzählungen der koreanischen Schriftstellerin Bae Sua sind bisher auf Englisch, aber noch nicht auf Deutsch erschienen. Sie ist Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „Axt. Art & Text“ und als Übersetzerin tätig.
aus: Hoo Nam Seelmann „Das Schreiben muss zu mir kommen – Neue Zürcher Zeitung 30.8.2018