„Wir tragen immer Ideen mit uns herum, wir müssen nur darauf warten, bis sie sich in uns durchsetzen. So las ich in der New York Times einen Artikel über einen kleinen Park in einem eleganten Stadtviertel, dessen Bewohner nicht länger dulden wollten, dass dieser Park, in dem einst das Haus der Brüder Collyer stand, deren Namen weiterhin trug. Da dachte ich mir: Fünfzig Jahre nach ihrem Tod sorgen die beiden Brüder immer noch für Unruhe. Etwas geht da vor, und es interessierte mich. Eines Tages habe ich dann, ohne zu wissen, was ich tat, den ersten Satz des Buches niedergeschrieben. Es war, aus welchem Grund auch immer, ein Augenblick, der mir wichtig war und in mir etwas auslöste. Erste Sätze sind wichtig, sehr sehr wichtig. Sie sind die Samenkörner eines Buches.“

„Irgendein Bild oder eine Idee oder ein Satz bewirken etwas in mir, und ich fange an zu schreiben, um herauszufinden, was es ist.“

„Ich mußte lernen, dem Schreibakt zu vertrauen, und zwar als etwas, das nicht vollkommen berechenbar ist. Wenn man schließlich weiter im Buch fortgeschritten ist, begreift man allmählich, was man tut, und muss die Prämissen erfüllen. Es ist also keine total mystische Sache, es ist harte Arbeit, und manchmal geht man auch ganz aufgeregt an die Arbeit, nur um im Nichts zu landen.“

aus: Jordan Mejias „Wie lebt es sich in Ihren Sätzen, Mister Doctorow?“ – Frankfurter Allgemeine Zeitung