Marius Leutenegger fragte den schweizer Schriftsteller in seinem Interview für 1/LESEN 2019:
Wieviel Plan steckt in Ihren Romanen?

„Ich kann einen Roman nicht gezielt konstruieren. Manchmal beneide ich Kollegen, die planmässig vorgehen können, denn ich glaube, das ist viel weniger anstrengend. Ich kann nur vorn anfangen und die Geschichte weiterschreiben. Dabei gelange ich immer wieder in eine Sackgasse, und dann heißt es: Kommando zurück, alles noch einmal. Ich muss immer wieder bereits verfasste Dinge anpassen, weil sich Figuren oder Handlungsstränge verändern. Das ist sicher nicht die beste Art, ein Buch zu schreiben, aber ich kann einfach nicht anders. Immerhin hilft mir die Übung: „Der Stotterer“ ist mein zwölfter Roman, und mittlerweile kann ich die Struktur eines Buchs gut im Kopf behalten.“
aus: Marius Leutenegger „Eine lewinskysche Sprache gibt es nicht“ – Lesen 1/2019
von Charles Lewinsky ist am 20.3.2019 der neue Roman „Der Stotterer“ bei Diogenes erschienen