erklärt Singer/Songwriter Maurice Ernst der Wiener „Bilderbuch“-Band auf die Frage von Florentin Schumacher:
Kein Aufschreiben von Träumen, kein Notieren erster Songskizzen für den Tag, so lange der Kopf noch frei ist?
„Da stehst halt auf und setzt dich mit deinem Kaffee vor Mikrofon und Laptop und machst es. Es gibt sicher Leute, die jeden Tag eine Seite schreiben, aber so funktioniert es bei mir nicht. Ich nehme das Mikrofon in die Hand, höre Demos, und hoffentlich toucht mich etwas so sehr, dass ich einfach singe. Im besten Fall habe ich dann schon dreißig bis vierzig Prozent vom Text. Von lautmalerischen Melodien über Worte, die ich schon länger singen wollte, taste ich mich vor. Manche Songtexte habe ich nie geschrieben, nur gesungen. Wenn das passiert, ist es genial, weil: Dann bist du so nah an der eigentlichen Idee von Performance, von Musizieren und Singen. Den Text kann man danach kontrollieren.“

Wie geht das?
„Ich versuche mein Hirn auszuschalten und auf das Gefühl zu vertrauen, dass ich ein korrekter Typ bin. Das heißt, was aus mir herauskommt, wird schon okay sein. Das ist das Grundvertrauen. Und dann, wenn der Text daliegt, schaue ich ihn an und korrigiere mehr oder weniger.“
aus: „Mach dich lose!“ Florentin Schumacher – Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 17.2.2019